Betreff: Übergabe Unterschriften – Rettet den POST SV
Sehr geehrter Herr Bundesminister Hattmannsdorfer,
mittlerweile haben über 27.000 Menschen unsere Petition „Rettet den POST SV und den Postsportplatz in Wien-Hernals“ unterzeichnet.
Wir möchten Ihnen diese Unterschriften persönlich übergeben, da wir in Gesprächen mit Gemeinde- und Bezirkspolitiker:innen immer wieder an Sie verwiesen werden und Ihnen als Eigentümervertreter der Republik Österreich gegenüber der Österreichischen Post AG besondere Verantwortung zukommt.
Die Sportflächen bleiben erhalten – aber bleibt auch der POST SV nach 2027?
Mit der im Juli 2026 gestarteten Ausschreibung großer Teile des Areals für den gewerblichen Betrieb ignoriert die Post AG die einstimmigen Resolutionen des Wiener Gemeinderates sowie der Bezirksvertretungen Hernals, Währing und Ottakring zum Erhalt des Postsportplatzes und seiner vollständig gemeinnützigen Nutzung.
Zwar hat die Post AG zugesichert, den gemeinnützigen Vereins- und Schulsport im bisherigen Umfang zu erhalten. Durch die Ausschreibung soll aber nicht nur ein Teil des Postsportplatzes kommerzialisiert werden, sondern wird auch der POST SV in seiner wirtschaftlichen Grundlage und damit in seinem Fortbestand in der heutigen Größe und Vielfalt gefährdet. (Durch den Wegfall von Mieteinnahmen – diese waren immer im Rahmen der Gemeinnützigkeit und der Verein konnte so seinen Sportbetrieb querfinanzieren.)
Daher stellen sich uns wesentliche Fragen:
- Auf welche konkreten gesetzlichen Bestimmungen stützt die Post AG die Ausschreibung für den gemeinnützigen Betrieb, und warum war 2022 keine vergleichbare Ausschreibung erforderlich?
- Warum wurde das vom POST SV geltend gemachte Bestandsrecht nicht vor der Ausschreibung rechtlich geklärt?
- Auch die historischen Rahmenbedingungen müssen aufgearbeitet werden: Die Republik hält über die ÖBAG 52,8 % an der Post AG und war 1973 Vertragspartner des POST SV. Unter welchen rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen wurde der Postsportplatz im Zuge der Teilprivatisierung ins Eigentum der Post AG eingebracht? Welche Vereinbarungen zur gemeinnützigen Nutzung wurden getroffen, und welche Verantwortung tragen heute die Post AG und der Bund?
Wir ersuchen Sie, diese Fragen aufzugreifen und sich für eine tragfähige Lösung einzusetzen.
Es geht um rund 5.000 Sportler:innen, um Kinder und Jugendliche, aber es geht auch um Gesundheitsförderung, Integration, sozialen Zusammenhalt und um soziale Verantwortung der öffentlichen Hand. Angesichts der notwendigen Weichenstellungen für den Meisterschaftsbetrieb ab Mitte 2027 braucht es rasch Klarheit und konkrete Perspektiven.
Gerne würden wir Ihnen die Unterschriften persönlich übergeben und mögliche Lösungswege besprechen.
Wir bitten um Terminvorschläge für November, jeweils ab 16 Uhr, da wir berufstätig sind.
Mit sportlichen Grüßen
Eva Bauer
für die Initiative „Rettet den POST SV“