Sehr geehrter Herr Vizekanzler und Bundesminister Babler, MSc,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin MMaga Schmidt,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Ludwig,
sehr geehrte Frau Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke Maga Sima,
sehr geehrte Frau Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen Maga Hanel-Torsch,
sehr geehrter Herr Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport Hacker,
sehr geehrte Damen und Herren!

Herzlichen Dank Herr Vizekanzler und Bundesminister Babler für Ihr Schreiben „Petition ‚Rettet den POST SV‘ & Lösungsvorschläge“ vom 26. März 2026 (diesem Schreiben und E-Mail angehängt).

Wir wenden uns im Namen der Initiative „Rettet den POST SV“, der 5.000 Sportler:innen (darunter 2.000 Kinder und Jugendliche) des POST SV Wien sowie der bald 15.000 Unterzeichner:innen unserer Petition an Sie und die uns von Ihnen empfohlenen zuständigen Vertreter:innen der Stadt Wien mit einer Bitte, einer Klarstellung und einem Weckruf.

Der POST SV ist der größte Amateursportverein Wiens. Seit 90 Jahren ist der Postsportplatz in Hernals – mit 15 Hektar eines der größten zusammenhängenden innerstädtischen Sportareale Österreichs – seine sportliche Heimat. Der Verein ist ein selbsttragendes System, das sich finanziell selbst erhält und gleichzeitig einen wirtschaftlichen und sozialen Beitrag für Wien leistet. Die aktuellen Planungen der POST AG bedrohen den Fortbestand dieses gemeinnützigen Vereins- und Nachwuchssportbetriebs fundamental.

Die POST AG plant konkret, bis zu 50 % des Areals zu verbauen oder gewerblich zu vergeben. Der POST SV müsste sich in einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren gegen kommerzielle Mitbewerber um seine eigene Heimstätte bewerben – eine Ausschreibung, die rechtlich nicht zwingend geboten und faktisch ein Weg zur kommerziellen Verwertung wäre. Die POST AG hat für dieses Areal nie auch nur einen Euro bezahlt: Sie erbte es 1999 bei der Aufspaltung der Post- und Telegraphenverwaltung als Anlagemögen von der Republik Österreich. Jetzt verwertet sie das Areal kommerziell zum Gewinn weniger Aktionäre und auf Kosten des Gemeinwohls und entgegen dem ursprünglichen Nutzungszweck als gemeinnützige Vereins- und Betriebssportanlage.

Wir möchten Sie als geschätzte politische Verantwortliche beim Wort nehmen (siehe dazu Anhang  „Sport-Bewegung-Gesellschaft -Positionen SPÖ und Stadt Wien“). Die von Ihnen politisch und persönlich vertretenen Haltungen und Themen sind dem Verein und der Initiative ein gleichsam wichtiges Anliegen! Und genau hier am Postsportplatz, dem größten und vielfältigsten Sportareal in Wien und einem der größten in Österreich, entscheidet sich, ob den Worten auch konkrete Taten und Handlungen folgen.

Wir wollen gemeinsam mit Ihnen und der POST AG eine Erfolgsgeschichte schreiben. Der Verein hat ein tragfähiges Zukunftskonzept erarbeitet. Hier bietet sich die einmalige Chance, ein Vorzeigeprojekt für Nachwuchsförderung, Integration, Gesundheit und Stadtentwicklung zu realisieren – alles Kernthemen der SPÖ.

Unsere zwei zentralen Anliegen an Sie:

  1. Einladung zu konstruktiven Gesprächen mit den zuständigen Vertreter:innen der Stadt Wien, der SPÖ Wien und der Bundes-SPÖ – gerne auch gemeinsam mit der POST AG.
  2. Klare politische Position: Die Stadt Wien ist nicht nur Schutzherrin von Sportflächen im Sinne des W-SSG, sondern gestaltet auch die sozialen Lebensbedingungen ihrer Bewohner:innen und der tausenden Kinder und Sportler:innen. Als aktive Mitgestalterin mit Widmungskompetenz bitten wir Sie, diese soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Diesem Schreiben legen wir unser Positionspapier mit konkreten Fragen und Anliegen bei. Wir bitten Sie herzlich, dieses zur Kenntnis zu nehmen und uns zeitnah eine Rückmeldung zu geben. 

Mit hochachtungsvollen Grüßen,

Dr. Florian Heiler

Mag.ª Eva Bauer

In Vertretung der Initiative „Rettet den POST SV Wien und den Postsportplatz Hernals für alle“

Anhang:

  1. Positionspapier „Klarstellung, Bitte und Weckruf“ (13.04.2026)
  2. Positionen der SPÖ und der Stadt Wien: Sport, Bewegung und Gesellschaft
  3. Antwortschreiben von Bundesminister und Vizekanzler Andreas Babler, MSc (26.03.2026)