Sehr geehrter Herr Minister Babler,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Schmidt!

Im Namen der Initiative „Rettet den POST SV“ schicke ich Ihnen diese Informationen, da  aufgrund der Komplexität des Sachverhalts nur eine gemeinsame ressortübergreifende Lösung und auch nur mit Bund und Stadt Wien gemeinsam möglich ist.

Diese Informationen werden wir auch mit dem für die POST AG/ÖBAG-zuständigen Minister Hattmansdorfer sowie Bürgermeister Ludwig und den Stadträt:innen Hacker (Sport), Sima (Stadtplanung), Novak (Finanzen), Hanel-Torsch (Wohnbau) und Czernohorszky (Demokratie) teilen.

Ich möchte Sie gerne über den aktuellen Stand bezüglich des Postsportplatzes Hernals informieren. Wir sind diesbezüglich auch im laufenden Austausch mit Bezirksvorsteher Peter Jagsch und allen Parteien im Bezirk als auch im Gemeinderat.

Mittlerweile haben mehr als 24.000 Menschen unsere Petition „Rettet den POST SV und den Postsportplatz“ unterschrieben und viele sind nach den neuesten Entwicklungen alarmiert, noch mehr verunsichert oder auch empört.

In der ORF-Sendung „Ein Ort am Wort“ vom 9. Juni 2026 hat der POST SV darauf hingewiesen, dass der seit 1973 bestehende Pachtvertrag nach dem österreichischen Sportstättenschutzgesetz weiterhin unbefristet gilt. Dennoch plant die POST AG offenbar für Ende Juni 2026 eine EU-weite Ausschreibung und ignoriert damit sowohl den bestehenden Pachtvertrag als auch die Intention des Gesetzgebers.

Damit wird die Umwidmung bzw. Filetierung des mit 15 Hektar größten zusammenhängenden Sportareals in Hernals zugunsten von Wohnbau und gewerblichen Nutzungen vorangetrieben, während der gemeinnützige Vereinssport auf einen kleinen Teil zurückgedrängt wird.

Diese Filetierung birgt die Gefahr eines mittelfristigen Verlusts der gewerblich genutzten Sportflächen (iSd Wr. Sportstättenschutzgesetzes) sowie künftiger Nutzungskonflikte mit neuen Anrainer:innen (mit denen dann die Bezirkspolitik und nicht die POST AG konfrontiert sein wird).

Unsere Unterstützer:innen sehen es kritisch, dass das angekündigte Grobkonzept und der Beteiligungsprozess verschoben wurden, die Ausschreibung jedoch offenbar dennoch umgesetzt werden soll.

Dadurch werden die intensiven Bemühungen der Stadt Wien im Pilotbezirk Hernals um eine wirksame Bürgerbeteiligung und Erarbeitung eines Zukunftsleitbildes bei „Demokratie mit Wirkung“ konterkariert.

(Als Sportpolitiker:innen wissen Sie zudem um die Bedeutung des POST SV für die Hockey-, Basketball- und Volleyball-Bundesligen und in der Nachwuchsförderung Bescheid.)

Eine einfache Lösung liegt aber auf der Hand:

Der POST SV ist und bleibt Pächter und entwickelt den Postsportplatz gemeinsam mit der POST AG, der Stadt Wien und dem Bezirk zukunftsorientiert weiter.

Wir bitten Sie von ganzen Herzen:

Nutzen Sie bitte Ihre Möglichkeiten und Kontakte zur POST AG sowie zur Wiener Stadtpolitik, damit die Pause-Taste gedrückt wird, um

  • der Rechtssicherheit und der Intention des Gesetzgebers Genüge zu tun,
  • um das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik und Demokratie zu stärken,
  • soziale Verantwortung für Gesundheitsförderung, Integration und den sozialen Mehrwert übernehmen. Einen Mehrwert, den gemeinnützige Vereine – wie der POST SV für 5.000 Sportler:innen, darunter 2.000 Kinder – erfüllen und dabei zunehmend unter Druck stehen;
  • um allfällige Schadenersatzforderungen gegen eine AG hintanzustellen, die noch immer zu 52 % im Eigentum der öffentlichen Hand steht und um
  • den Erhalt des POST SV und des Postsportplatzes zu sichern.

Denn wir sind überzeugt, dass eine gemeinsame Lösung für den Postsportplatz noch möglich ist – wenn POST AG, Stadt Wien und der POST SV zusammenarbeiten.

Da die Zeit drängt, bitte ich Sie um baldige Rückmeldung und verbleibe

mit besten Dank und mit sportlichen Grüßen
Initiative „Rettet den POST SV“

PS: Im Anhang finden Sie ein Factsheet zu all jenen Informationen, die uns mit Stand
13. Juni 2026 vorliegen.